Albstadt

  • 12.07.2008 (86km - 1854hm)
    Zeit herrjens: 4:43

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist gar nicht so einfach einen Bericht über das Rennen in Albstadt zu schreiben. Denn irgendwie gehört mehr dazu als Startschuss, Berge hoch und runter, Zieleinfahrt. Es war das ganze Wochenende, welches durch das Rennen geprägt war. Eigentlich schon die Tage vorher.

Wie kam es überhaupt dazu, dass es mich Überholiker dazu treibt einen Marathon im Schwabenländle mitzufahren? Die Idee entstand letztes Jahr bei unserer Alpentour, dass man das Albstadt Rennen doch für ein "Ehemaligentreffen" nutzen könnte. Immerhin sind Jochen aus Warendorf, Roman, Günter und ich übriggeblieben. Am Rennen konnte Günter "wegen Knie" aber auch nicht teilnehmen. Gute Besserung auf diesem Wege.

Nun aber zum Rennen. Samstag morgen fahren Jochen, Roman und ich nach einem ausgiebigen Frühstück Richtung Albstadt. Unser Parkplatz: direkt am Start/Zielbereich. Noch 2 Stunden Zeit bis es losgeht. Ausreichend, um die Startnummern zu holen und sich in Albstadt auf der "Händlermeile" umzuschauen und noch 'nen Kaffee zu trinken. Wir sind alle in Startblock E. Somit starten wir nicht um 12:00 sondern erst um 12:16. Auch gut. Blockstart ist mir zwar neu, bei 2500 Teilnehmern aber mehr als sinnvoll.

Kurz vorm Start nochmal abklatschen und dann ist für die nächsten Stunden jeder für sich. Ganz so einsam ist es natürlich nicht, denn die Strecke ist trotz Blockstart gut gefüllt.

12:16 Uhr, los geht's. Zum Aufwärmen erstmal lange auf Asphalt bergauf. Da ich überhaupt nicht weiss, wie ich mit meiner Kondition bei dieser Stecke hinkomme fahre ich eher gemächlich. Wir erinnern uns an Langenberg, da war ich nach 10km platt. Das soll heute nicht passieren. Aber heute fühle ich mich gut und es rollt recht gut. Trotzdem fahre ich zurückhaltend, trinke viel und schiebe ab und an einen Corny-Riegel rein. Soviel Doping muss erlaubt sein. Die erste Etappe ist mit 34 Kilometern verdammt lang, aber erstaunlich gut machbar. Nach der ersten langen Steigung geht es nur so dahin und die Höhenmeter summieren sich kaum merkbar. Ein, zwei heftigere Steigungen sind zu verkraften. Insgesamt ist die Strecke gut befahrbar. Einige Wurzel- und Steinpassagen sind allerdings mächtig glatt. Der zweite Abschnitt ist für mich der Schönste des Rennens. Sehr viele Zuschauer, rechts und links der Stecke Kinder, die abgeklatscht werden wollen und dann etwa bei Kilometer 50 die Fanmeile. Grinsend geniesse ich den Applaus und die Rufe, die hier jedem Fahrer zuteil werden. Danke Albstadt! Gerade im zweiten Abschnitt sind die Ermunterungen aber auch bitter nötig. Irgendwer hat hier wirklich bösartige Steigungen eingebaut. Kaum jemand fährt. Das liegt natürlich auch daran, dass der kleinste Fahrfehler sofort bestraft wird. Einmal an einer solchen Steigung aus dem Tritt, dann geht nix mehr. Und das kann sogar schon der Fahrfehler des Vordermanns sein.

So circa ab Kilometer 65 fangen die Schmerzen an. Aber auch der Optimismus. Nach meinem Tacho sind's noch 20 Kilometer mit etwa 350-400 Höhenmetern. Das machen wir doch auf einer Pobacke. Hoffentlich machen die Beine noch mit, manchmal fühlt es sich so an, als würde sich ein Krampf anbahnen. Also immer locker fahren. Auch auf der Geraden fahre ich nicht mehr in den schweren Gängen, ich setze mehr auf Drehzahl, als auf Kraft. Etwas irritiert ist man nach der letzten Verpflegungsstation, weil es gar nie bergab geht. Seltsam, normalerweise zeigt mein Höhenmesser eher zuwenig als zuviel an. Und nicht nur, dass es munter weiter bergauf geht, da sind wahrhaftig nochmal so Brutalrampen mit schieben. Dassissjadoof. An den Steigungen bin ich nun grundsätzlich in den ersten drei Gängen. Flasche leer, ich will nicht mehr. Und dann? Dann überholt mich ein Pärchen und er schiebt sie den Berg hoch. Das ist ein Satz, den muss man nochmal lesen. 1. Überholt! 2. Schiebt! Das ist dann spätestens der Zeitpunkt, an dem man sich besser eine Bank suchen, das Fahrrad abstellen und ein Taxi rufen sollte. Das macht natürlich kein Überholiker. Und so geht es auf die Schlusskilometer. Am Ende geht es äusserst zügig auf Asphalt bergab Richtung Ziel. Bei soviel Gas wie ich hier nochmal gebe, muss ich wohl mal mit meinen Beinen ins Gericht gehen und fragen, wo die sich in der letzten Stunde versteckt hatten. Geht doch!

Die Zieleinfahrt ist ein Triumph. Jubel, Rasseln, Applaus und ganz ehrlich: jedes einzelne Händeklatschen für jeden Radler absolut verdient. Am Ziel wartet Günter, auch das ist schön, dass man sofort jemanden hat, der einem nochmal persönlich gratuliert. Einige Zeit später kommen erst Jochen, dessen erstes Rennen überhaupt das heute war und dann Roman, der seine Vorjahreszeit deutlich verbessert hat. Beim gemeinsamen Weizenbier lassen wir drei dann zufrieden nochmal die Highlights des Rennens und auch der letztjährigen Alpentour Revue passieren.

Danken möchte ich Jochen für's Autofahren und Roman und seiner Familie für die grandiose Gastfreundschaft. Roman, Dein Gulasch hat mich stark gemacht! Damit könntet Ihr fast schon Ehrenüberholiker werden.


herrjens wertet das Rennen wie  folgt:

technischer Anspruch: 

*

Kondition:            

*****

Spassfaktor:

****

Organisation:

*****


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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