Las Rozas Madrid

  • 21.09.2008 (70km - 1200hm)
    Zeit herrjens: 4:14h

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Las Rozas, Spanien

Den September 2008 darf ich beruflich in Spanien verbringen, da jedoch zwischendurch das P-Weg Rennen ist und ausserdem die Geburtstagsfeiern meiner Kinder anstehen, reise ich für zwischendurch nach Hause. Daher meine Teilnahme beim P-Weg letzte Woche. Um in Spanien etwas trainieren zu können, habe ich mir ein billiges (im wahrsten Sinne des Wortes) MTB gekauft, welches ein spanischer Kollege anschliessend übernimmt. So weit, so gut. Letzten Donnerstag sehe ich dann auf einmal ganz viele Plakate für ein Bikefestival in Las Rozas (hier lebe und arbeite ich gerade). Also flux im Internet nachgeschaut und gesehen, dass an meinem letzten Wochenende hier ein 78km MTB Marathon stattfindet (schlussendlich waren es nur 70km). Die ganze Seite in spanisch und ich versteh kein Wort. Aber es gibt ja Kollegen. Kann man sich noch anmelden? Jau, direkt am Startbüro ab Freitag Mittag. Sauber! Wird gemacht. Wie das wohl wird, 70km in spanischer Hitze (hier isses immer noch so um die 27° warm und staubtrocken). Wird schon. Schnell kann ich mit der Möhre sowieso nicht fahren, schon gar nicht bergab. Die zerbröselt sonst vermutlich. Sonntag morgen wache ich auf und sehe, dass es bedeckt ist. Prima, freue ich mich. Dann wird's nicht ganz so heiss. Startaufstellung und es wird immer dunkler. 9:59 Uhr: die ersten Tropfen fallen. 10:00 Uhr Startschuss. 10:01 und es bricht die Hölle los. 10:02: ich bin pitschnass, überlege das Rennen sein zu lassen. Ich stehe mit etwa 200 anderen Bikern unter einer Brücke. Nach 10 Minuten kommt der Besenwagen und gibt Befehl weiterzufahren. Scheiss der Hund drauf, kalt isses ja nicht. Nach ein paar Kilometern dann die erste Flussdurchfahrt. Vor 'ner halben Stunde war hier nur ein schmaler Bach, jetzt bin ich bis zu den Knien weg. Aber jetzt ist wirklich alles scheissegal und ich habe Spass an der Backe. Der Spanier kennt sowas ja gar nicht. Immer wieder sehe ich Racer unter Bäumen stehen, wegen Regen. Hähähä. Nach 30 Minuten hört's auf zu regnen und es reisst auf. Sofort wird es drückend warm. Jetzt heisst es wirklich Kraft einteilen. Denn das kennt der Deutsche so nicht. Die Strecke ist äusserst anspruchvoll, ich bin erstaunt. Auch darüber, wie rücksichtsvoll gefahren wird. Nix mit südländischem Temperament. Das ist auch gut so, denn es gibt einige gefährliche Passagen. Vielleicht empfinde ich das auch nur so, weil ich dem Rad nicht traue. Verpflegungsstellen gibt es vier, das reicht locker aus. Anders als bei den letzten Rennen nutze ich diese nun wieder für kleine Verschnaufpausen. Über wunderschöne Singletrails geht es um einen See. Dann geht es über eine Brücke und ich sehe viel zu spät, dass diese plötzlich aufhört. 40cm tiefer geht der wunderschöne Singletrail weiter, der mich in dem Augenblick nicht so begeistert. Wie ging das nochmal mit dem droppen? Nachdem diese Stelle gutgegangen ist, habe ich etwas mehr Vertrauen in das Fahrrad, das hat ganz schön gescheppert. Bei km 50 werden dann die Beine mal wieder müde. Selten so oft so kleine Gänge gefahren. Klickis hat die Kiste natürlich auch nicht. Die ohnehin schon schlechten Felgenbremsen zollen nun der sandigen Strecke Tribut. Also bergab doppelt vorsichtig. Ca. bei km 55 ist einem Spanier (davon wimmelt es hier) die Kette gerissen. Gute Gelegenheit das Multitool mal auszuprobieren. Leider wissen wir beide nicht, wie man eine Kette damit flickt. Nach weiteren verlorenen 10 Minuten hält ein anderer Fahrer und hilft. Prima, jetzt weiss ich auch, wie man Ketten repariert. Die letzten 15km sind eine ziemliche Qual, die man aber gut übersteht, weil man weiss, dass das Ende nah ist. Nach 70km dann überraschend das Ziel an einer Stelle, an der ich noch gar nicht damit gerechnet habe. Es gibt Getränke und Nudeln. Zuschauer oder Ergebnislisten gibt es nicht. Auch unterwegs waren keine Zuschauer. Eigentlich schade, bei 1300 Startern wäre etwas mehr Stimmung prima gewesen. Ein Rennen mit Hochs und Tiefs. Vor allem freue ich mich auf mein Cube mit vernünftigem Fahrwerk und Bremsen. Doch man sieht: auch mit drittklassigem Material kann man einigermassen achtbar ein MTB Rennen bestreiten. Meine offizielle Zeit müsste im übrigen so bei ca. 4:40 liegen. Aus Eitelkeit habe ich die Reparaturzeit und die Zeit unter der Brücke abgezogen.

herrjens wertet das Rennen wie  folgt:

 

technischer Anspruch: 

*****

Kondition:            

****

Spassfaktor:

****

Organisation:

***


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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