Sundern Rennen

  • Beim ersten Mal tut's  immer weh,
    55km, 1200hm, Zeit 3 Stunden 17 Minuten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 29.04.2006 ist es endlich soweit. Achim und ich treten zu unserem ersten MTB-Marathon an. Im Vorfeld stellt man sich immer wieder die Frage "haben wir alles getan, um das durchzuhalten?". Eine Woche vorher haben wir das Training auf der Originalstrecke mitgemacht. Ganz  klar: die Strecke ist hart aber schaffbar. Drei Tage vor dem Rennen unser persöhnliches Abschlusstraining auf der MTB-Strecke am Seilersee. Wir sind uns sicher, dass wir nun unser bestes getan haben und machen uns beim  anschliessenden Bier gegenseitig Mut.

Samstag morgens um 7:00 klingeln Greti und Achim pünktlich bei mir. Greti  will uns anfeuern, Fotos machen und vor allem: das Auto fahren und uns beistehen. Ich komme also raus und stelle fest: es ist kalt. Verdammt  kalt. Schneeregen macht die Sache auch nicht gemütlicher.

In Sundern angekommen, ziehen  Achim und ich zwiebelgleich Kleidungsstück um Kleidungsstück mehr an. Es  ist wirklich kalt. Meine warmen Handschuhe habe ich natürlich in Iserlohn  gelassen, also noch schnell neue kaufen. Die Stimmung in Sundern-Hagen ist  trotz des miesen Wetters klasse. Unter den Fahrern allerdings auch nervös. Wie wird es erst in den Bergen sein, wenn es hier schon so ungemütlich ist?

Startaufstellung, Achim und  ich sind früh dran um bekommen einen schönen Platz in den ersten Reihen.  Allerdings zu dem Preis, dass wir jetzt ohne grosse Bewegungsmöglichkeit über eine halbe Stunde im Regen stehen. Kurze Absprache vor dem  heissersehnten Startschuss ist, dass wir möglichst zusammenbleiben. Ankommen ist das grosse Ziel.

Dann geht es endlich los. Die ersten 7km geht es über die Strasse. Bereits nach zwei Kilometern ärgere ich mich über einen nassen Hintern. Erst gute drei Stunden später weiss ich,  dass ein regennasser Hintern das Himmelreich auf Erden sein kann.

Nach 7km  geht's dann in Gelände. Was letzte Woche noch eine gut befahrbare Wiese war ist nun schon eine einzige Schlammgrube. Zweimal rutscht mir das  Vorderrad weg aber zum Glück ohne Sturz. Da das Feld noch sehr dicht ist, muss man bei der grossen Schlitterei aufpassen, dass man sich nicht mit  den Lenkerhörnchen der anderen rutschenden Biker verheddert. Bald darauf die erste längere  Steigung.

Achim und ich kennen die Strecke ja schon und wissen, wie wir  uns die Kraft einzuteilen haben. Es läuft gut bisher,viele andere Biker unterhalten sich auch unterwegs, das Mistwetter schweisst zusammen.

Die Abfahrt zur ersten Verpflegungsstation reisst dann zum ersten Mal Achim und mich auseinander. Durch den Schlamm halbblind (der Dreck sitzt sogar unter der Brille) halte  ich mich zurück, Achim kommt besser zurecht -wie immer bergab- und ist einige hundert Meter vor mir.

Ausserdem brauche ich erfahrungsgemäss unterwegs mehr Verpflegung, so dass ich auch einige Minuten länger an der  Station verbringe. Nun geht es sehr lange bergauf ins Skigebiet Wilde  Wiese. Nach etwa 20 Minuten fahren  Achim und ich wieder zusammen. Und nun wird's richtig kalt, Schneeregen  kommt dazu, die Klamotten sind eh schon lange durch. Irgendwann geht es dann die Skiwiese runter zur zweiten Verpflegungsstation.

Hammermässig bei diesem Wetter, wir rutschen mehr als wir fahren. Ein nur kurzer  Aufenthalt und weiter geht's. Ein kurzes Stück Wiese wieder hoch. Im Training kein Problem, heute jedoch unfahrbar. Ich sehe niemanden hier,  der nicht schiebt. Und dann erstmal lange bergab. Wir versuchen es  einigermassen gelassen angehen zu lassen, wissen wir doch um die  Gemeinheit der letzten 5km. Zwischendurch springt meine Kette ab, was  Achim nicht mitbekommt und weiterfährt. Also noch eine kleine Aufholjagd. Dann rein nach Sundern, einigen Fahrern in unserem Umfeld ist die  Erleichterung anzumerken, als wir auf das schon sichtbare Ziel zufahren.  Tja Leute, Pech gehabt, denn kurz vorher führt die Strecke nochmal links  ab und es wird steil. Also nicht nur steil, sondern richtig megasteil.  Auch hier steigen fast alle ab (letzte Woche haben wir's noch fahrend  geschafft!). Ein wenig über Wald und Flur, noch eine Steigung an deren  Ende ein Ersthelfer steht und alle blaugesichtigen Fahrer nach ihrem Zustand fragt. Achim und ich wissen, dass wir es jetzt geschafft haben.

Nur noch ein paar Meter  bergab. 1,5km vor dem Ziel springt mir dann wieder die verdammte Kette ab und verheddert sich total. Achim ist auf und davon. Leicht gefrustet fahre  ich die letzten Meter zum Ziel und sehe 50 Meter vor der Zieleinfahrt Achim auf mich warten, während ihm verdutzte Zuschauer zurufen er solle weiterfahren. Nein, wie vorher abgesprochen fahren wir glücklich,  dreckig, frierend und GEMEINSAM ins Ziel. 3h17min sind unter diesen Bedingungen eine gute Zeit, die für Platzierungen im oberen drittel  ausreicht.

Wir haben es also  geschafft. Allerdings brauchen wir und unsere Bikes nun reichlich Liebe,  Pflege und Zuwendung.

 

 

herrjens wertet dieses Rennen wie  folgt:

technischer Anspruch: 

***

Kondition:            

****

Spassfaktor:

*** (Petrus verhindert höhere Punktzahl)

Organisation:

*****

Herr Joochen wertet:

technischer Anspruch: 

***

Kondition:      

****

Spassfaktor:    

****

Organisation:  

*****

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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